Mit dem offiziellen Ende von MTV in Europa scheint ein zentrales Kapitel der Popkultur abgeschlossen. Doch das Musikvideo ist mehr als nur ein Fernsehformat. TRACKS geht der Frage nach, welche Bedeutung es heute hat – in einer Zeit, in der Kurzvideos, Algorithmen und Social Media die Sehgewohnheiten prägen.
In Berlin trifft TRACKS auf viko & penglord, für die Musik und Bild untrennbar miteinander verbunden sind. Während Songs entstehen, entwickeln sich bereits visuelle Ideen, Storyboards und filmische Referenzen. Ihre Arbeitsweise zeigt: Ein starkes Musikvideo kann die emotionale Tiefe eines Songs verstärken und ihm eine zeitlose Relevanz verleihen, die ein 20-Sekunden-Clip nicht erreicht.
Ein Blick zurück führt nach Wien zu Hannes Rossacher. Als Mitbegründer von VIVA und Regisseur ikonischer Videos für Queen, Falco oder den Rolling Stones prägte er das goldene Zeitalter des Musikfernsehens. Rossacher erzählt von aufwendigen Produktionen, großen Budgets und davon, warum Musikvideos auch heute unverzichtbar bleiben, gerade weil technische Entwicklungen das Medium demokratisiert haben.
In Paris spricht TRACKS mit der Fotografin und Regisseurin Lea Esmaili über aktuelle Produktionsrealitäten. Sinkende Budgets, weniger Wertschätzung durch Labels, dafür aber neue kreative Freiräume. Für sie steht das Musikvideo weiterhin an der Spitze visueller Erzählformen: als Ort, an dem sich das gesamte Universum einer Künstlerin oder eines Künstlers entfalten kann.
Zwischen Nostalgie und Zukunftsfragen zeigt TRACKS: Das Musikvideo hat sich verändert, aber es ist noch lange nicht am Ende.