Nach dem Rückzug der USA aus dem Irak im Jahr 2011, verfolgte Teheran weiter seine Ziele und stützte sich dabei auf politische Parteien, religiöse Netzwerke und vor allem auf Milizen. Die pro-iranischen Gruppen besetzen nach und nach die Schaltstellen des Staates, die Milizen behielten ihre Waffen und bilden einen regelrechten Parallelstaat. Die Gründung der Haschd al-Shaabi im Jahr 2014 gegen den Terror des Islamischen Staates stärkte ihr militärisches und politisches Gewicht. Diese Milizen, dem Iran treu ergeben, wurden zu wichtigen Akteuren.
Doch in diesen Tagen gerät das iranische Regime nach dem Tod von Ali Khamenei ins Wanken, und hier beginnt eine neue Ungewissheit. Ohne die Unterstützung aus dem Iran könnten diese Gruppen sich zersplittern oder bekämpfen und dabei andere, vor allem nationalistische Strömungen, entstehen lassen. Für Bagdad steht viel auf dem Spiel: Es muss versuchen, die Kontrolle wiederzuerlangen und zu verhindern, dass es erneut zum Schauplatz regionaler Rivalitäten wird.