Indien: Die schwierige Rettung der Tiger

13 Min.

Verfügbar bis zum 31/03/2029

Sendung vom 28/08/2026

Indien rettete die Tiger vor dem Aussterben. Von Wilderern einst wegen ihrer Felle und Knochen gejagt, lebten 1970 in Indien nur noch 1800 wilde Tiger, heute sind es über 3600, das sind fast 75 Prozent der wildlebenden Tigerpopulation weltweit. Und doch bleibt das Zusammenleben zwischen Menschen und Tigern schwierig und gefährlich.

Als die Tigerpopulation um 1970 auf dem Tiefstand von nur noch 1800 freilebenden Tieren lag, war das ein Schock für die gläubigen Hindus, denn sie sehen im Tiger die Verkörperung der Göttin Durga. Indien startete ein Schutzprogramm für seine heiligen Raubkatzen, dass heute als weltweit vorbildlich gilt: 3600 Tiger heute, das klingt wunderbar, doch hinter der schönen Zahl verbirgt sich eine konfliktbeladene Realität. Für den Schutz der Tiger erweiterten die Behörden die Naturschutzgebiete, dafür siedelten sie ganze Dörfer um, und sie schufen damit auch Zonen, in denen Tiger und Menschen nebeneinander leben. Das wurde in den letzten Jahren immer schwieriger, auch tödlich: In den Sundarbans, den größten Mangrovenwäldern der Welt, dem Lebensraum des Bengalischen Tigers, starben in den letzten 15 Jahren über 500 Menschen durch Tigerattacken. Die Familien in den Dörfern verloren durch die Tiger ihren traditionellen Ernährer und gerieten in Not. Und der traditionelle Aberglaube ächtet die Frauen dieser Männer auch noch als „Tigerwitwen“. 
Hilfsorganisationen kämpfen gegen diesen Aberglauben und sie helfen den Opfern der Tiger, ihr Leben wieder neu aufzubauen. Denn Indiens Regierung steht vor einem Dilemma: Sie wollen die Tiger als nationale Wahrzeichen schützen, aber auch die Menschen, die dort mit ihnen leben.

Regie

Léa Delfolie

Autor:in

Léa Delfolie

Schnitt

Pauline Satie

Produktion

Keyi Productions

Produzent/-in

Antoine Védeilhé

Journalist

Abhijeet Pandey

Land

Frankreich

Jahr

2026

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