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Moskaus Märchenwelt, Sibiriens eisige Realität31 Min.
Verfügbar bis zum 27/01/2027
Vier Jahre Krieg haben Russland verändert – an der Front und im Alltag. Während in Moskaus glitzernder Kulisse ein scheinbar normales Leben möglich ist, sind die Folgen in Jakutsk, der kältesten Großstadt der Welt, deutlich spürbar. Offene Kritik gibt es kaum: Wer dem offiziellen Narrativ widerspricht, wird bestraft. “Tracks East“ über Russlands zwei Welten.
Russland lebt zunehmend in zwei Realitäten. Was als schneller Siegeszug gegen die Ukraine gedacht war, hat sich zu einem langwierigen Prozess entwickelt, der das Land fundamental verändert – demografisch, sozial und kulturell.
In Moskau herrscht weiterhin ein Gefühl der äußerlichen Normalität. In den Regionen dagegen reiht sich der Krieg in bereits gewohnte Herausforderungen ein. Im abgelegenen Jakutien – einer der kältesten Regionen der Welt – wird er als eine weitere Bürde wahrgenommen, neben dem extremen Klima und der internationalen Isolation. Man lebt, arbeitet und passt sich weiter an, auch wenn die Folgen des Krieges längst Teil des Alltags sind.
Kritische Stimmen, die dem offiziellen Narrativ widersprechen, werden bestraft – so wie der Demograf Alexei Raksha. Mit “Tracks East“ spricht er offen über das Ausmaß des Bevölkerungsrückgangs, das in den offiziellen Statistiken zunehmend verschleiert wird. Für seine öffentlichen Äußerungen erhielt Raksha den Status eines ausländischen Agenten – ein Etikett, das seine berufliche Tätigkeit einschränkt und sein Leben in Russland erschwert.
Der andauernde Krieg beeinflusst auch die Kultur. Die staatlich propagierte Z-Culture trifft dabei auf eine Hinwendung zu volkstümlichen Traditionen, vor allem bei jungen Russen und Russinnen. Traditionelle russische Trachten, Folklore und Märchen erleben geradezu einen Boom. Dieser Trend erscheint wie eine Anpassung – als Versuch, Halt zu finden und sich von der Realität des Krieges zu distanzieren.
Land
Deutschland
Jahr
2026
Herkunft
MDR
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