Re: Rumänen, zerrissen zwischen Job und Heimat
31 Min.
Verfügbar bis zum 26/01/2027
Sendung vom 29/01/2026
Millionen Rumäninnen und Rumänen verließen in den ersten Jahren nach dem Ende des Ostblocks ihre Heimat, um im Westen Arbeit zu finden und Geld zu verdienen. Viele sind trotz Heimweh im Ausland geblieben – nur wenige sind zurückgekehrt, um sich um diejenigen zu kümmern, die weiter in der Heimat leben und die Angehörigen in der Ferne vermissen.
Als nach 1990 Rumäninnen und Rumänen auf der Suche nach Arbeit ins Ausland gingen, wurde das für viele Familien zur Zerreißprobe. Vor allem in ländlichen Gegenden blieben nicht nur verwaiste Dörfer zurück, sondern auch Kinder, die bei ihren Großeltern aufwuchsen, und alte Menschen ohne Angehörige.
Auch Antoanela Andonescu, kurz Coca genannt, verließ Rumänien in den 1990er Jahren. In Italien arbeitete sie als Altenpflegerin, immer mit dem Gedanken: „Je härter ich arbeite, desto schneller kann ich zurückkehren.“ Doch das dauerte. Ihre Schwestern folgten ihr, das Zuhause wurde zur Erinnerung. Als Coca schließlich in ihre Heimat, die ostrumänische Kleinstadt Bicaz, zurückgeht, bringt sie Ersparnisse mit und eine neue Idee von Verantwortung: Sie eröffnet ein Pflegeheim – für all die alten Menschen, die allein in Rumänien geblieben sind. Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner ihres Pflegeheims haben Angehörige im Ausland. Vasile, ehemals Arbeiter in einer Zementfabrik, lebt hier, nachdem seine Kinder emigriert sind. Bei einem Ausflug mit den Bewohnern zum Bicaz-See wird Coca nachdenklich: „Ich weiß nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich geblieben wäre.“
Doch während Coca ihren Weg zurück nach Hause gefunden hat, leben ihre Nichten in Italien – in einer neuen Welt, mit einer neuen Sprache. Die Region rund um Ostia bei Rom, wo sie wohnen, ist Heimat für eine große rumänische Auslandscommunity, rund 250.000 Menschen. Auch Cocas Nichte Andra ist hier heimisch geworden. Sie fragt sich, wie viel Rumänien in ihrer kleinen Tochter Gizelle weiterleben wird – und was Heimat heute überhaupt bedeutet.
Land
Deutschland
Jahr
2025
Herkunft
WDR
Auch interessant für Sie
Re: Frauenrechte in Lettland bedroht
Re: Prags vietnamesische Community startet durch
Irak: Kehren Christen heim nach Mossul?
ARTE Reportage
Re: Wenn nur ein Container zum Wohnen bleibt
Re: Mein Leben im Retro-Stil
Ukraine: Überleben im Schutzraum
ARTE Reportage
Re: Eine Pizzeria, die Autisten Selbstständigkeit gibt
Mit offenen Daten
Deepfakes: Sexueller Missbrauch durch KI
Russland: Die Generation Z
ARTE Reportage
Die meistgesehenen Videos von ARTE
Unhappy
Vom Leben in der Großstadt
ARTE Journal - 12/05/2026
Kein Frieden in Sicht zwischen Moskau und Kiew
Mit offenen Karten - Im Fokus
Russland: Kriegsmüdigkeit?
ARTE Journal - 13/05/2026
Donald Trump zu Gast bei Xi Jinping in Peking
Mit offenen Karten - Im Fokus
Großbritannien: Zeit der Spaltungen
Pedro Almodóvar in 15 Minuten
Blow up
Twist
Schamlos glücklich?
Re: Frauenrechte in Lettland bedroht
Unhappy
Von Glück und Angst
China Moses
Jazz sous les Pommiers 2026