Israel: Nelly, 98, Überlebende
25 Min.
Verfügbar bis zum 09/03/2054
Sendung vom 29/03/2024
Sie überlebte die KZ Theresienstadt und Auschwitz. Nach ihrer Befreiung ging sie 1948 nach Israel, in das Kibbuz Dorot im Süden Israels, sie heiratete, bekam zwei Kinder und hat vier Enkelkinder und Urenkel.
Am 7. Oktober 2023 greift die Hamas aus dem nahe gelegenen Gazastreifen an. Einige Kibbuze, wie Kfar Aza, werden zum Schauplatz von Massakern. Gut zehn Kilometer entfernt liegt Dorot, der Kibbuz, in dem Nelly und ihre Familie leben, bis hier dringt die Hamas nicht vor. Doch in dieser Region am Rande der Negev-Wüste kennen sich alle Kibbuzbewohner: Sie sind zusammen zur Schule gegangen und bewirtschaften das gleiche Land. Nach den Massakern wurden Nelly und ihre Familie bis Anfang des Jahres in den Norden evakuiert, in Hotels in Tel Aviv und Jerusalem.
In Dorot stehen heute noch vier Generationen von Israelis unter Schock. Nelly hat das Gefühl, den Albtraum ihrer Jugend erneut zu durchleben. Ihr 71-jähriger Sohn Elisha, ein Befürworter des Friedens mit den Palästinensern, weiß nicht, ob er zu seinen Lebzeiten eine Lösung sehen wird. Seine Tochter Shany wünscht sich den Rücktritt von Benjamin Netanjahu, weigert sich aber, Palästinensern zu begegnen. Die drei Kinder können sich nicht vorstellen, irgendwo anders als in Israel zu leben, das für sie der einzige Ort ist, an dem sie nicht unter Antisemitismus leiden müssen. Sie leben hinter dem Stacheldraht, der den Kibbuz Dorot umgibt, aber sie sprechen nicht über das Schicksal der Menschen im nahe gelegenen Gazastreifen. Matan, Shanys Bruder, Elishas Sohn und Nellys Enkel, ist ein links engagierter Mathematiker, der Israel vor einigen Jahren verlassen hat, um in Berlin zu leben. Er stellt sich Fragen zur Zukunft Israels: Wie kann man so weiterleben, im Belagerungszustand, ohne die Frage der jüdischen Siedler im Westjordanland zu regeln?
Regie
Vladimir Vasak
Autor:in
Vladimir Vasak
Schnitt
Isabelle Nommay
Fixer
Alexandra Vardi
Land
Frankreich
Jahr
2024
Westjordanland: Israels Armee warnt vor Siedlergewalt
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