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Abtreibung - Polens paradoxer Weg
57 Min.
Verfügbar bis zum 30/09/2025
TV-Ausstrahlung am Dienstag, 13. Mai um 23:00
- Synchronisation
Polen gehört heute in Europa zu den Ländern mit den restriktivsten Abtreibungsgesetzen. Doch so war es nicht immer: 1956 hat die sozialistische Volksrepublik Polen Abtreibungen legalisiert. Und dieses Recht auf Schwangerschaftsabbruch später wieder abgeschafft – paradoxerweise durch den Aufstieg der Solidarność-Bewegung und den Einfluss von Papst Johannes Paul II.
Im Nachkriegs-Polen der 1950er Jahre sollen die Frauen für Nachwuchs sorgen und noch dazu die fehlende Arbeitskraft der Männer ersetzen. Ohne Zugang zu Verhütung entschließen sich viele zu einer illegalen Abtreibung – für Tausende Frauen der sichere Tod. Die junge Abgeordnete Maria Jaszczuk kämpft für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch – mit Erfolg: 1956 legalisiert Polen Abtreibungen als eines der ersten Länder Europas und ermöglicht sie sogar Frauen aus anderen Ländern.
Viele Schwangere – etwa aus Schweden, wo zwar mehr Wohlstand herrscht, Abtreibungen aber in der Regel noch illegal sind – lassen den Eingriff in Polen durchführen. Bessere Lebensbedingungen bleiben in Polen noch lange ein Traum. Als 1989 die Solidarność an die Macht kommt und ein demokratisches System aufbaut, wird im ganzen Land gefeiert.
Zu verdanken hat Polen seine Freiheit nicht zuletzt der massiven Unterstützung der Solidarność durch die katholische Kirche – insbesondere Johannes Paul II. Doch der Papst stellt von Anfang an Bedingungen: Die Legalität des Schwangerschaftsabbruchs soll auf den Prüfstand. In dieser neuen Ära schränkt Polen das Recht auf Abtreibung ohne großen Widerstand wieder ein – ein Dammbruch: Als später die ultrakonservative PiS-Partei an die Macht kommt, kann sie das Abtreibungsrecht ohne weiteres noch weiter einschränken und den Eingriff 2021 faktisch verbieten. Eine Dokumentation über die jüngere Geschichte Polens und darüber, wie ein Recht frühzeitig gewährt und dann wieder abgeschafft wurde.
Viele Schwangere – etwa aus Schweden, wo zwar mehr Wohlstand herrscht, Abtreibungen aber in der Regel noch illegal sind – lassen den Eingriff in Polen durchführen. Bessere Lebensbedingungen bleiben in Polen noch lange ein Traum. Als 1989 die Solidarność an die Macht kommt und ein demokratisches System aufbaut, wird im ganzen Land gefeiert.
Zu verdanken hat Polen seine Freiheit nicht zuletzt der massiven Unterstützung der Solidarność durch die katholische Kirche – insbesondere Johannes Paul II. Doch der Papst stellt von Anfang an Bedingungen: Die Legalität des Schwangerschaftsabbruchs soll auf den Prüfstand. In dieser neuen Ära schränkt Polen das Recht auf Abtreibung ohne großen Widerstand wieder ein – ein Dammbruch: Als später die ultrakonservative PiS-Partei an die Macht kommt, kann sie das Abtreibungsrecht ohne weiteres noch weiter einschränken und den Eingriff 2021 faktisch verbieten. Eine Dokumentation über die jüngere Geschichte Polens und darüber, wie ein Recht frühzeitig gewährt und dann wieder abgeschafft wurde.
Regie
Ada Grudzinski
Land
Frankreich
Jahr
2024
Herkunft
ARTE F