Libyen: Im Knast der Migranten

ARTE Reportage

25 Min.

Verfügbar ab dem 12/06/2026

Sendung vom 12/06/2026

Die Länder der Europäischen Union zahlen weiterhin sehr viel Geld an Libyen, damit deren Sicherheitskräfte möglichst viele Migranten in Richtung EU aufhalten – und das, obwohl die Methoden der Libyer umstritten sind. Berichte über Folter und grausame Haftbedingungen zirkulieren in den sozialen Medien. Laut offiziellen Angaben kommen inzwischen nur noch halb so viele Migranten in die EU. Aber zu welchem Preis?

Die Libyer akzeptierten zum ersten Mal, die Türen ihrer Haftanstalten mit dem schlechten Ruf zu öffnen. Sie wollten uns zeigen, dass dort alles in Ordnung ist. Aber in den Zentren von Bir Ghanem oder Tajourah, die wir besuchen konnten, sind die Migranten am Ende ihrer Kräfte. Einige wurden erst zwei Tage zuvor auf See aufgegriffen und betteln um die Rückkehr in ihre Heimat. Andere sitzen seit einem Jahr dort fest. Viele klagen, dass sie für die Ausreise bezahlen müssen und dass sie auf unbestimmte Zeit in großen, stinkenden Hallen eingesperrt sind. Viele berichten von der Korruption, dem Rassismus der Libyer und der Folter ihrer Schlepper. 
In der Wüste begleiteten unsere Reporter auch die Brigade 444. Ihre Patrouillen haben die alten Routen der Schlepper "verbrannt". Die finden und nutzen aber nun andere Wege, auch mit Hilfe anderer korrupter Sicherheitsakteure, um die Migranten zu den Abfahrtsstränden in Richtung Europa zu bringen. Dort sammeln sie täglich die Leichen der Ertrunkenen ein. Diejenigen, die das "Glück" haben, lebend auf See aufgegriffen zu werden, landen dann wieder in den Abschiebe-Gefängnissen.

Autor:in

Charles Emptaz

Schnitt

Laurent Leveneur

Musik

Wissam Hojeij

Produktion

TV ONLY

Regie

Charles Emptaz

Land

Frankreich

Jahr

2026

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