Ende Mai 2026 präsentierte das Orchestre philharmonique de Strasbourg im Palais de la Musique et des Congrès das Programm Die 1930er Jahre unter der Leitung von Aziz Shokhakimov.
Mit Anna Vinnitskaya als Klaviersolistin entfaltet sich ein facettenreiches Programm, das die 1930er Jahre zwischen musikalischer Moderne, pianistischer Brillanz und Exilerfahrung auslotet.
Die interpretierten Werke sind auf unterschiedliche Weise mit den ästhetischen, kulturellen und historischen Spannungen der 1930er Jahre verbunden sind. Mit Arthur Honeggers Pacific 231 eröffnet ein Schlüsselwerk der Moderne den Abend: eine klangliche Studie über Energie, Bewegung und rhythmische Verdichtung. Im Zentrum des Abends steht Maurice Ravels Konzert für die linke Hand, das Anna Vinnitskaya mit großer Präzision und Ausdruckstiefe gestaltet – ein Werk von ebenso konzentrierter wie klanglich raffinierter Intensität.
Mit Sergej Rachmaninows Rhapsodie über ein Thema von Paganini op. 43 folgt ein Werk von brillanter pianistischer Strahlkraft, das Virtuosität und Melancholie auf charakteristische Weise verbindet. Den Abschluss bildet Kurt Weills Zweite Symphonie, geschrieben 1933/34 im Pariser Exil – ein Werk von großer innerer Spannung, in dem sich die Brüche und Hoffnungen einer Epoche eindrucksvoll spiegeln.
So entsteht ein musikalisches Panorama der 1930er Jahre, das diese Zeit nicht illustrativ nachzeichnet, sondern in ihrer Vielschichtigkeit erfahrbar macht: als Epoche der Moderne, der künstlerischen Zuspitzung und des historischen Umbruchs.
Aufzeichnung vom 21. Mai 2026 im Palais de la Musique et des Congrès, Straßburg.