Die 30-jährige Mathilda hat alles, was man sich nur wünschen kann. Sie hat gerade eine Stelle als Rechtsanwältin in einer Kanzlei in Stockholm angetreten, und Johannes, ihr in jeder Hinsicht wunderbarer Freund, trägt sie regelrecht auf Händen. Wären da nicht all die leichtsinnigen Gedanken, die der jungen Frau ständig durch den Kopf schwirren und es ihr schwer machen, sich auf ein geregeltes Leben einzulassen. Als Johannes ihr mitten in einer Partie Squash einen Heiratsantrag macht, weiß sie nicht, ob sie sich freuen oder beide Beine in die Hand nehmen soll. Emil, Mathildas bester Freund und Vater eines Kleinkindes, verkündet ihr zeitgleich, dass er sich von seiner Frau Yolanda scheiden lassen will. Und damit nicht genug: Kurz vor der von ihrer Schwester Martha eilig organisierten Verlobungsfeier verschluckt Mathilda versehentlich ihren Verlobungsring.
Selbstentfremdung
In der gleichnamigen Tragikomödie aus dem Jahre 1999 spielte der schwedische Regisseur und Schauspieler Felix Herngren die Rolle des Frank. In seiner Neuinterpretation spielt er nun Mathildas exzentrischen Chef und adaptiert den Stoff als Serie, die auf humorvolle Weise die Herausforderungen der Selbstfindung und des Erwachsenwerdens beleuchtet. Carla Sehn (Die Åre-Morde, Halb Malmö hat mit mir Schluss gemacht) verleiht der jungen Anwältin Mathilda, die die Verbindung mit sich selbst und ihrem Leben verliert, mit ihrer schlaksigen Statur eine Ungeschicklichkeit à la Greta Gerwig in Frances Ha. Kurz vor ihrer Hochzeit steht Mathilda ohne jegliches Selbstvertrauen da und sucht den Grund dafür bei ihrer egozentrischen und hemmungslosen Mutter. Dabei gerät sie in einen Strudel aus peinlichen Situationen, Selbstsabotagen und Pannen – vom verschluckten Verlobungsring bis hin zum mutwillig verursachten Wasserschaden. Geplagt von aufdringlichen und skurrilen sexuellen Fantasien rund um einen Psychologen, der in einem Büro neben ihrem arbeitet, sehnt sich Mathilda nach einem stabilen Leben. Die Probleme ihres besten Freundes belasten sie ebenso wie das Verhalten ihrer kontrollsüchtigen Schwester und ihrer Helikopter-Mutter – Mitgründe, wieso sich Mathilda dagegen sträubt, sich von ihrem allzu pedantischen Verlobten den Ring an den Finger stecken zu lassen. Als unbeschwerte Komödie getarnt, zeichnet Endlich Erwachsen ein treffendes Porträt von Frauen in verschiedenen Lebensphasen, die mit Verunsicherung, Hochstapler-Gefühlen, und enormem gesellschaftlichen Druck zu kämpfen haben.