Re: Aufbruch oder Scherbenhaufen? Eine Familie in Ungarn

30 Min.

Verfügbar ab dem 01/07/2026

TV-Ausstrahlung am Freitag, 3. Juli um 19:40

Sendung vom 03/07/2026

Nach Viktor Orbáns Wahlniederlage weht auch am Theiß-See ein neuer Wind. Während Fischer János Tóth kein gutes Wort über den Machtwechsel in Ungarn verliert, schöpft seine Enkelin Martina erstmals Hoffnung: Aufgewachsen unter Orbáns Fidesz-Partei, war sie fest entschlossen, das Land zu verlassen. Nun will sie sehen, ob ein Umbruch in Ungarn möglich ist, sonst wird sie gehen.

“Ich weiß nicht, ob es Hoffnung gibt”, sagt Fischer János Tóth resigniert. Obwohl Viktor Orbáns Regierung 2014 die kommerzielle Fischerei in Ungarn verboten hat und János seinen Beruf an der Theiß seitdem nur noch sehr eingeschränkt ausüben kann, verliert er kein gutes Wort über den Machtwechsel in Ungarn. Auch seine Frau Judit fragt, was hat das alte System denn falsch gemacht. Sie betreibt die Dorf-Kneipe in Tiszadorogma, nach wie vor eine Hochburg von Orbáns Fidesz-Partei.

Ganz anders ihre Enkelin Martina. Sie schöpft erstmals Hoffnung. Die 21-jährige Anglistikstudentin ist unter Orbán aufgewachsen und war fest entschlossen, ihre Heimat bei der erstbesten Gelegenheit zu verlassen – gegen den Willen ihres Großvaters. Doch seit Péter Magyars Wahlsieg im April will sie sehen, ob in Ungarn ein politischer und gesellschaftlicher Neuanfang tatsächlich möglich ist. Wenn ja, will sie bleiben.

16 Jahre Fidesz-Herrschaft haben an der ungarischen Theiß sowohl Landschaft als auch Lebensentwürfe geprägt. Nun prallen Enttäuschung und Aufbruch, Misstrauen und Hoffnung unmittelbar aufeinander. Während die Älteren an den Glaubenssätzen der Vergangenheit festhalten, ringt die junge Generation um die Chance auf ein anderes Ungarn.

Land

Deutschland

Jahr

2026

Herkunft

MDR

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