Nächstes Video:
Kuba: Insel unter Schock - ARTE ReportageChina: Geboren ohne Recht auf Leben
ARTE Reportage37 Min.
Verfügbar bis zum 31/05/2027
Chinesische Paare dürfen in Zukunft nicht mehr nur eins, sondern zwei Kinder haben. Das hat das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei am 29. Oktober in Peking zum Abschluss einer Sitzung bekannt gegeben, bei der über den neuen Fünf-Jahres-Plan zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes verhandelt worden war. Der Plan soll im März 2016 vom Volkskongress gebilligt werden. Mit dieser Maßnahme schafft China nach mehr als drei Jahrzehnten die umstrittene Ein-Kind-Politik ab.
Welche Folgen die Ein-Kind-Politik für die Zweitgeborenen Chinas hatte, zeigte im April 2015 die einfühlsame Reportage von Marjolaine Grappe.
Die Chinesen nennen sie „Heihaizi - Schwarze Kinder“, im Sinne von „im Verborgenen geboren“: Sie dürfen weder zur Schule gehen, noch sich um eine Arbeitsstelle bewerben oder ein Konto eröffnen – denn sie sind die zweitgeborenen Kinder in ihren Familien und als solche dank der Ein-Kind-Politik per Gesetz verboten: Sie existieren gar nicht...
Ihr einziges Verbrechen ist es, dass ihre Eltern sie trotz der Ein-Kind-Politik geboren haben und damit gegen das Gesetz verstießen. Wenn sie ihr heimlich neugeborenes zweites Kind ins Geburtenregister eintragen lassen wollten, dann müssten sie eine Strafe zahlen, in der Regel so hoch, dass es viele Einkommen zu weit übersteigt. Also haben viele Eltern ihre Kinder lieber nicht gemeldet, deshalb müssen diese „Heihaizi“ ihr Leben im Verborgenen fristen. 13 Millionen Kinder mit diesem traurigen Schicksal sollen heute in China leben. Darüber offen zu reden, ist natürlich ein Tabu.
Nach einer langen und schwierigen Recherche gelang es unseren Reportern „Heihaizi“ zu finden, die über ihr Schicksal vor der Kamera zu reden bereit waren. Sie leben im Verborgenen in Millionenstädten wie Peking und Shenzhen oder in Dörfern auf dem Land. Vor allem in den abgelegenen Regionen Chinas wachen die Behörden mit eiserner Hand darüber, dass kein Kind zu viel geboren werden soll – und dringen dabei ohne jede Scham tief ein in die intimsten Sphären der Familien.
Regie
Marjolaine Grappe et Christophe Barreyre
Autor:in
Marjolaine Grappe et Christophe Barreyre
Land
Frankreich
Jahr
2014
Auch interessant für Sie
Kuba: Insel unter Schock
ARTE Reportage
Re: Ein Dorf lässt seine Alten nicht im Stich
Ukraine: Tschernobyl im Krieg
ARTE Reportage
Re: Der Bergsturz von Blatten - Neuanfang aus dem Nichts
Mali: Die Kämpfer von Azawad
ARTE Reportage
Re: Eine Pizzeria, die Autisten Selbstständigkeit gibt
Chile: Dürre wegen Datacenter
Venezuela: Auf Maduro folgte der Deal
ARTE Reportage
Argentinien: Rettet den Kondor
Die meistgesehenen Videos von ARTE
ARTE Journal - 29/04/2026
Israel-Hisbollah / Gesundheitsreform gebilligt
Klandestin
Mit offenen Karten - Im Fokus
Mali: Russland unter Druck
Mit offenen Karten - Im Fokus
Emirate: Das Ende der OPEC?
Twist
Liebe heute: Wie klappt das?
Emilie Schindler - Die vergessene Heldin
Clara Cuvé - Poolside
Club "Prince Charles", Berlin
ARTE Journal - 30/04/2026
Weltweite Ölkrise / Pressefreiheit unter Druck
Kuba: Insel unter Schock
ARTE Reportage
Mit offenen Karten - Im Fokus
40 Jahre Tschernobyl: Comeback der Atomkraft?