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Für immer verletzt

Machtmissbrauch im Erziehungsheim

107 Min.

Verfügbar ab dem 13/02/2026

Sechzig Jahre nach ihrer traumatischen Kindheit im katholischen Erziehungsheim „La Belle Étoile“ kehren vier ehemalige Insassen an den Ort des Geschehens zurück. Vor der Kamera von Regisseurin Clémence Davigo erzählen sie von der Gewalt, die sie erleiden mussten. Eine Suche nach Anerkennung, getragen von Erinnerungen, Brüderlichkeit und der Weigerung, noch länger zu schweigen.

Michel, Daniel, André und Dédé wuchsen in den 1950er/60er Jahren in einem katholischen Erziehungsheim für Jungen namens „La Belle Étoile“ in der kleinen Gemeinde Mercury bei Albertville auf, wo der französische Staat von 1947 bis 1970 Waisen unterbrachte. Der idyllische Name – „Der schöne Stern“ – stand in krassem Gegensatz zur brutalen Realität in der Besserungsanstalt. Ohne zu wissen, was sie verbrochen hatten, wurden die Jungen jahrelang gequält und gedemütigt. Geführt wurde das Heim vom unnahbaren und unbarmherzigen Abbé Guérin. Schläge, Tritte, Hunger und Durst waren an der Tagesordnung. Manchmal mussten die Kinder Disteln und verfaulte Äpfel aus dem Schnee ausbuddeln oder Wasser aus dem Fluss trinken. Einige von ihnen wurden Opfer sexuellen Missbrauchs durch Geistliche, andere mussten folterartige Quälereien erdulden, die bleibende körperliche Schäden hinterließen. Nachdem sie ein Leben lang über die Geschehnisse geschwiegen haben, kehren die inzwischen siebzigjährigen Männer an den Ort des Geschehens im französischen Savoyen zurück und erheben ihre Stimme. Sie verlangen Gehör und Wiedergutmachung von der Kirche.

Aus Worten werden Taten
„Ich bin 78, und man hat mir mein ganzes Leben gestohlen“, sagt André mit Nachdruck. Nach seiner traumatischen Kindheit war er nicht imstande, eine Schulausbildung abzuschließen und eine normale Existenz zu führen. Er driftete in die Kriminalität ab und verbrachte die Hälfte seines Lebens im Gefängnis. Daniel wiederum entwickelte während seiner Jahre in „La Belle Étoile“ eine panische Angst vor der Obrigkeit und eine Unfähigkeit, Freundschaften und Beziehungen einzugehen. Er flüchtete sich in extremes Lauftraining und dachte mehrfach an Selbstmord… Filmemacherin Clémence Davigo begleitet vier der ehemaligen Opfer bei ihrem verbalen Befreiungsakt. Mit ihrem Film bietet sie ihnen einen Raum, wo sie sich einander und dem Zuschauer anvertrauen und die erlittene Gewalt in Worte fassen können. Aus diesen Worten folgen dann Taten: Die Männer fordern, dass die Kirche endlich anerkennt, was jeder weiß und jahrzehntelang verschwiegen wurde. Eine Anlaufstelle der Diözese Savoyen zeigt sich schließlich bereit, ihnen Gehör zu schenken. Ein bewegender Dokumentarfilm über Erinnerung, Anerkennung und Gerechtigkeit.

Regie

Clémence Davigo

Land

Frankreich

Jahr

2023

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